Aller Anfang ist schwer: Essen

Als ich Mama wur­de, mach­te ich mir um al­les mög­li­che Sorgen. Alles war neu und stell­te mich täg­lich vor ei­ner neu­en Herausforderung. Angefangen mit dem Stillen. Während der Schwangerschaft war mir ab­so­lut klar, dass ich um je­den Preis ver­su­chen wer­de mein Baby zu stil­len, denn das ist ja be­kannt­lich das Beste für die Kleinen. Ich ha­be mir so­gar ex­tra ein still­freund­li­ches Krankenhaus aus­ge­sucht, um si­cher zu ge­hen, dass es un­be­dingt klappt, denn zu oft ha­be ich im Bekanntenkreis ge­hört, dass es so gar nicht an­fangs klap­pen woll­te und man es schließ­lich ganz auf­ge­ge­ben hat. Und dann war es end­lich so­weit, Katja war da und jetzt muss­te ich ei­gent­lich nur das tun, was die Natur eh vor­ge­se­hen hat. Mir war nicht klar, vor wel­cher Herausforderung die Natur uns Frauen stel­len woll­te. Ich weiß nicht ob das Leben in der Großstadt den letz­ten Funken Instinkt in mir er­lo­schen hat, aber das na­tür­lichs­te der Welt er­schien mir in wei­ter Ferne. Aber mit viel Schmerz und Tränen (von uns bei­den) ging das ir­gend­wann.

Die ers­te Hürde ist ge­schafft, al­les an­de­re wird ein Kinderspiel. Schließlich ha­be ich in ei­nem al­ter­na­ti­vem Beikostkurs was von brei­frei ge­hört und mir war klar, es wird ein Kinderspiel. Kind ir­gend­wann ein­fach Essen in die Hand drü­cken und los geht’s. Ja los geht’s mit Wegschmeißen, zer­quet­schen, schmie­ren und wenn was im Mund lan­det dann wird di­rekt al­les wie­der raus ge­kotzt. Es bringt auch nichts sich vor die Kleinen zu set­zen und dem Kind mit ganz zu­trau­li­chem Lächeln zu ver­si­chern, guck mal die Mami mag das auch. Es heißt, das ist nor­mal, da müs­sen al­le durch. Ehrlich!!! Da ha­ben wir es doch, Essen ist doch ei­gent­lich auch das nor­mals­te der Welt, so­lan­ge ich mich an mein Leben er­in­nern kann, ha­be ich ger­ne ge­ges­sen. Oder? Laut mei­ner Mutter nicht.

Naja, das Spielchen guck­ten wir uns dann paar Wochen an und sind dann all­mäh­lich wie­der zum Brei über­ge­gan­gen. Aber wer meint, man könn­te den klei­nen Gaumen aus­trick­sen, und ihm so ziem­lich al­les vor­set­zen, so­lan­ge es in Breiform ser­viert wird, der täuscht sich ge­wal­tig. Die all­seits be­lieb­ten “Möhrchen” lan­de­ten bei uns auf di­rek­tem Wege im Müll. Von Kartoffeln woll­ten wir auch nichts wis­sen. Zu Beginn des Mutterseins läs­ter­te ich noch kräf­tig über die Gläschen Käufer, ir­gend­wann aber beim Versuch der Beikosteinführung er­reich­te ich das Stadium, in dem es mir völ­lig egal wä­re, wenn sie Gläschen ge­ges­sen hät­te, Hauptsache, sie hät­te was ge­ges­sen.

Da fiel mir ir­gend­wann mal ein, dass ich wäh­rend der Schwangerschaft schon fast ei­ne Obsession für Birnen hat­te. Wenn ich kei­ne Birnen im Haus hat­te, wur­de ich to­tal ner­vös und bin tat­säch­lich im­mer los­ge­zo­gen, wel­che zu ho­len. Mein Mann hat beim Einkaufen im­mer pro­phy­lak­tisch wel­che mit­ge­bracht und mir sie fei­er­lich, wie ein Strauß Blumen über­reicht, zu­ge­ge­ben ich war nicht min­der ge­rührt. Vielleicht stimmt es ja, was man so sagt, und die Babys ent­wi­ckeln da schon den ers­ten Geschmack. Ich weiß nicht ob es pu­rer Zufall war, oder ob es so tat­säch­lich stimmt, so ei­nig­ten wir uns mit un­se­rer Tochter auf Birnenmus und al­le wa­ren glück­lich.

Fazit des gan­zen, es bringt nichts sich selbst ver­rückt zu ma­chen, al­ler Anfang ist schwer, ja aber nur für die Eltern.

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