Wochenend Mami

Seit dem ich an­ge­fan­gen ha­be zu ar­bei­ten, fand ich es im­mer als klei­nes Manko, dass die kei­nen Kurs mehr mit Katja ma­chen konn­te, weil al­le Kurse für ge­wöhn­lich un­ter der Woche vor­mit­tags statt fin­den. Umso grö­ßer war die Freude, als sich dann ein Schwimmkurs am Samstag Nachmittag er­ge­ben hat. Somit ha­ben wir ei­ne re­gel­mä­ßi­gen ge­mein­sa­men Termin am Samstag, ich freue mich dass ich was mit mei­nem Baby un­ter­neh­men kann, was ihr oben­drauf auch noch tie­risch viel Spaß macht. Aber wie es eben mit den Wochenendkursen ist, ich bin da die ein­zi­ge Mami. Zu der ers­ten Kursstunden, be­ob­ach­ten ei­ni­ge Muttis das lus­ti­ge Treiben kri­tisch vom Beckenrand aus, aber beim zwei­ten mal, ha­ben sie sich wohl doch be­sinnt, dass sie mit ih­rer Zeit Besseres an­fan­gen kön­nen. Es hat na­tür­lich sein Gutes die ein­zi­ge Muttig zu sein, wir ha­ben die gan­ze Umkleide für uns al­lei­ne, die Kurse lau­fen re­la­tiv ru­hig und wort­karg ab, ge­sun­gen wird auch eher zu­rück­hal­tend und nach dem Kurs ist man ach re­la­tiv schnell wie­der zu Hause, da die Jungs froh sind das gan­ze heil über­stan­den zu ha­ben, und dann nichts wie weg zu­rück zu Mama. Komischerweise frag­ten mich der ei­ne oder an­de­re, wo mein Mann wä­re. Hmm of­fen­sicht­lich nicht hier, war­um soll er auch mit, wenn ich schon hier bin, reicht doch wenn ei­ner von uns da­bei ist. Außerdem war er ein­mal da, und fand es to­tal lang­wei­lig, kann ich ver­ste­hen.

Am Sonntag war mein ers­ter Muttertag als Mama. Es war sehr in­ter­es­sant, weil ich den Tag da­zu ge­nutzt ha­be, ganz viel Zeit mit mei­nem Baby zu ver­brin­gen. Los ging es früh mor­gens zum Brötchen ho­len. Seit dem der Bäcker un­ten im Haus an Sonntagen nicht mehr auf hat, ist ein klei­ner Spaziergang von Nöten um den nächs­ten, gu­ten Bäcker zu er­wi­schen. Ich steck­te al­so mein Mäuschen in die Trage und latsch­te los. Die Straßen wa­ren noch schön leer und wir spa­zier­ten ge­müt­lich ent­lang, mein Baby guck­te neu­gie­rig aus der Trage, was um sie her­um so pas­sier­te. Passierte nicht viel, aber war an­schei­nend span­nend ge­nug. Als ich mich so lang­sam dem Bäcker nähr­te ist mir auf­ge­fal­len, dass au­ßer mir nur Papis mit ih­ren Babys un­ter­wegs sind, und Katja und ich kas­sie­ren eher ir­ri­tier­te Blicke. Ich ha­be mir nichts da­bei ge­dacht, wie üb­lich mei­ne Bestellung auf­ge­ge­ben und schlen­der­te zu­rück nach Hause. Bis mir schlag­ar­tig klar wur­de, was die ei­gent­lich al­le dach­ten “al­lein­er­zie­hend”. Was soll’s de­ren Problem. Nachmittags ging das Spiel wei­ter. Ich ging mit Katja im Kinderwagen spa­zie­ren. Wir ka­men an ei­nem Spielplatz vor­bei und ich woll­te Katja et­was schau­keln las­sen. Steuerte die Schaukel an, als mich an Papi mit sei­nem Baby sah und eben­falls zu der Schaukel rann­te, has­tig sein Baby rein­plump­sel ließ und schau­kel­te drauf los. Tja die Alleinerziehende muss erst­mal war­ten. Katja und ich hat­ten trotz­dem Spaß, an­schlie­ßend gab es für Mama ein Eis und für Katja ein Pizzastängchen. Das nächs­te mal sind wir ein Ticken schnel­ler und Schaukel ge­hört uns al­lein.

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